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Beauty, 08.01.2008, Ausgabe 3, 01/2008

Tabuthema Intimchirurgie

Intimchirurgische Eingriffe sind im Gegensatz zu Schönheits-OPs immer noch ein Tabu-Thema. Aber oft geht es nicht um die „Designer-Vagina“, sondern um ernsthafte medizinische Probleme - hervorgerufen durch Geburten, hormonelle Veränderungen oder Mißbildungen.

Noch vor einigen Jahren waren schönheitschirurgische Eingriffe ein Tabu-Thema. keiner sprach darüber. Niemand wollte sich „outen“. Heute ist das ganz anders. Nur bei Eingriffen im Intimbereich gilt das immer noch.

Viele Frauen leiden unter ihrer eingeschränkten Empfindungsfähigkeit und meist fehlen ihnen die Informationen, dass auch im Schambereich anatomische Variationen und Veränderungen, die Defizite, Missempfindungen oder Schmerzen verursachen, mit ärztlicher Hilfe korrigiert werden können.

Dabei kennt das Thema Sexualität kaum noch Tabus. Weder in der Öffentlichkeit noch in der Werbung. Da geht es um Liebesgeflüster, lustvolle Verführung und Sinnlichkeit, die gemeinsam den Anschein vermitteln, dass die Lust anfänglicher Verliebtheit den Paaren selbstverständlich erhalten bliebe. Fehlt dann die Erregungsfähigkeit der Frau, wird von Störungen der Liebesfähigkeit und Libidoverlust gesprochen und viel zu wenig hinterfragt, woran das liegen kann.

Wenn Sex zum Frust wird, kann das vielfältige Ursachen haben - psychische aber auch organische.

Jede zweite Frau betroffen

Weibliche Erregungsstörungen treten weitaus öfter auf als allgemein angenommen. In einer Umfrage der Charité Berlin von 2004 gaben die befragten Frauen an, beim Sex ca. 40 Prozent weniger zu empfinden als vor der Geburt ihrer Kinder. Und in der „Cologne 20.000 Community Survey“, einer Umfrage der Urologischen Klinik Köln von 2003, gaben knapp 60 Prozent der befragten Frauen eine sexuelle Störung an. (Die ZEIT Wissen 02/2006). „Ein häufiges Problem also, dessen Ursprung oftmals in anatomischen Variationen und Veränderungen zu finden ist“, erklärt Prof. Gress, ärztlicher Leiter des Munich Medical Centers der Sensuamedics (www.sensualmedics.com). „Speziell für die Teilaspekte sexueller Erregungsstörung und Orgasmusstörung können Verwachsungen nach Operationen und Geburten, eine Endometriose (Erkrankung, bei der Schleimhautzellen im Scheidengewölbe wuchern), Zysten, Myome oder Entzündungen der Unterleibsorgane sowie Scheideninfektionen die Ursachen sein, meist ist es aber eine Überdehnung der Vaginalmuskulatur durch Geburten.“ – „Um die – für die weibliche Libido und Orgasmusfähigkeit so wichtige - vaginale Sensibilität wieder herzustellen, stehen immer wieder Medikamente in der Diskussion. Doch wenn konventionelle Therapien versagen, können möglicherweise neue medizinische Verfahren der Genitalchirurgie helfen“, äußert sich der Spezialist Prof. Gress.

Lost Penis Syndrom

„Sexuelle Erregung hat auch mit Reibung zu tun. Wenn eine zu weite Vagina den Penis kaum spürt, ist das Lustempfinden natürlich eingeschränkt. Ein medizinischer Fachterminus aus dem angelsächsischen Sprachraum beschreibt die Problematik anschaulich: „Lost Penis Syndrom“, so Prof. Stefan Gress, ärztlicher Leiter in Europas größtem Zentrum für Genitalchirurgie, der sich bereits vor mehr als zehn Jahren auf die weibliche Intimchirurgie spezialisiert hat. „Zur Verengung der Vagina gibt es unterschiedliche Methoden, die auch miteinander kombiniert werden können. Zum einen kann man den Vaginalkanal vorsichtig straffen, zum anderen mit Eigenfett unterspritzen. Zusätzlich kann das umgebende Muskelgewebe gestrafft werden. Diese Eingriffe können zu einer dauerhaften Verengung führen, zu einem Zustand wie vor den Geburten.“ Eine weitere Möglichkeit zur Steigerung der Orgasmusfähigkeit ist die Intensivierung des G-Punkts. Der G-Punkt bezeichnet eine Stelle in der Scheide, die auf sexuelle Stimulation bei manchen Frauen sehr intensiv reagiert. Diese Region  von der Größe einer Münze liegt etwa fünf Zentimeter vom Harnröhrenausgang entfernt an der Vorderseite der Vagina. Wird er durch Unterspritzung mit Eigenfett oder Hyaluronsäure aufgewölbt, so kann dies zu einer beträchtlichen Intensivierung der sexuellen Erregbarkeit führen. Weitere Probleme, die ein erfülltes Sexualleben einschränken, wie eine zu groß ausgeprägte Klitoris oder Klitorisvorhaut sind ebenfalls korrigierbar.

Designer-Vagina?

Auch der äußere Schambereich ist für viele Frauen eine Problemzone. Sei es wegen Schmerzen beim Joggen, Reiten oder Radfahren, die zu große Schamlippen verursachen können, oder weil sie Ihre Funktion – Schutz und Abdeckung des inneren Genitalbereiches - nur in Idealgröße erfüllen, oder sei es aus ästhetischen Erwägungen. Andere Frauen wiederum leiden unter einem sehr ausgeprägten Venushügel, der sich unter figurbetonter Kleidung abzeichnet. Diese Problematik kann durch eine Fettabsaugung (Liposuktion) behoben werden.

„Das Körperbewusstsein und der damit verbundene ästhetische Anspruch haben sich geändert. Der Wunsch nach attraktivem Aussehen boomt. Im Rahmen der Korrektur von vaginalen Gegebenheiten geht es aber nicht darum, die viel zitierte „Designer-Vagina“ zu schaffen,“ betont der plastische Chirurg, der heute zu den führenden Experten auf diesem Gebiet gehört, „vielmehr ist das Ziel der Eingriffe, belasteten Patientinnen die Voraussetzung für ein natürliches Körpergefühl und ein unbeschwertes Sexualleben zu ermöglichen.“

Und das allein zählt für die vielen betroffenen Frauen aus dem In- und Ausland, die sich wegen körperlicher Beschwerden oder ästhetischer Probleme an ihn wenden.

Intimchirurgie bietet mehr als optische Veränderungen im Schambereich. Für viele Frauen ist sie sicher eine echte Problemlösung auf dem Weg zu selbst bestimmter Sexualität und mehr Freude an der schönsten Sache der Welt.

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