Herr Dr. v. Lukowicz, Sie leiten die Dependance der Sensualmedics, eine Zentrum für intimchirurgische Operationen bei Frauen. Welche Probleme werden von Ihren Patienten angegeben?
Die häufigsten Probleme unserer Patientinnen sind durch eine Vergrößerung der inneren Schamlippen verursacht und betreffen ganz alltägliche Dinge wie Sport, das Tragen enger Kleidung, Fahrradfahren. Meist werden auch Probleme beim Geschlechtsverkehr angegeben. Darunter leiden die Patientinnen und deren Partner sehr. Oft besteht auch ein ausgeprägtes Schamgefühl, die Patientinnen besuchen kein Schwimmbad mehr, Sauna erst recht nicht und die Intimkontakte sind immer mehr belastet.
Es wird ja oft von einer Modechirurgie gesprochen die erst durch die Intimrasur aufgetreten ist und im Grunde genommen nicht notwendig ist.
Häufig wird unterstellt, dass sich die Damen eine Designervagina wünschen würden. Dies trifft aber nicht zu. Leider ist dieses Vorurteil weit verbreitet, der Alltag in der Praxis sieht jedoch ganz anders aus. Die Patientinnen berichten über schon seit Jahren bestehende Probleme, die sie teilweise täglich begleiten. Viele haben das Gefühl, dass sie mit ihrem Problem alleine dastehen. So langsam wird aber mehr und mehr bekannt, dass es sich bei z.B. vergrößerten inneren Schamlippen um ein weit verbreitetes Erscheinungsbild handelt. Trotzdem bedeutet es für die Betroffenen ein hohes Maß an Überwindung sich dem Arzt anzuvertrauen. Ist diese Hürde aber erstmal überwunden, so können in dem ausführlichen Erstgespräch alle Fragen beantwortet und ein Behandlungsplan entwickelt werden. Natürlich bieten wir auch eine telefonische Erstberatung an. Hier können alle Fragen sehr diskret von Frau zu Frau besprochen werden. Es geht den Patientinnen meist nicht um eine rein kosmetische Operation, sondern um die Herstellung eines Normalbefundes und damit auch um die Beseitigung ihrer Beschwerden und Einschränkungen.
Mit welcher Ausfallzeit muss die Patientin nach so einer Operation rechnen?
Der Eingriff wird fast ausschließlich in örtlicher Betäubung und ambulant durchgeführt, ein Klinikaufenthalt ist nicht notwendig. Die Patientinnen können kurz nach der Operation nach Hause gehen oder ihr Hotel aufsuchen. Empfehlenswert ist immer sich ein paar Tage Schonfrist einzuplanen. In dieser Zeit ist man zwar nicht sonderlich eingeschränkt und muss auch nicht im Bett liegen, es geht einfach um eine generelle Schonung, ohne Stress und Leistungsdruck um die Genesung zu beschleunigen. Die meisten Patientinnen arbeiten bereits nach 3-4 Tagen wieder.
Welche Operationen führen Sie sonst noch durch?
Im Prinzip alle Eingriffe im Intimbereich der Frau die Funktionsstörungen beheben, die sexuelle Empfindungs- und Stimulationsfähigkeit wieder herstellen und Form und Optik korrigieren. Neben der Verkleinerung der inneren und auch der äußeren Schamlippen, ist es z.B. die Sensibilisierung des Empfindens durch eine Unterfütterung des G-Punktes mit Eigenfett oder Hyaluronsäure. Dies wird auch in einem ambulanten Eingriff und lokaler Betäubung durchgeführt. Die Einschränkungen nach diesem Eingriff sind sehr gering, manche Patientinnen gehen noch am selben Tag ihrer Tätigkeit nach, die anderen am Folgetag.
Einige Patientinnen leiden nach der Geburt eines oder mehrer Kinder unter einer dauerhaften Überdehnung der Vagina. Sie berichten über erhebliche Probleme bei der gegenseitigen Stimulation mit dem Partner. Dies kann teilweise so große Ausmaße haben, dass Beziehungen daran zu scheitern drohen. In solchen Fällen kann den Patientinnen mit einer Vaginalstraffung geholfen werden. Diese Operation wird in Zusammenarbeit mit Gynäkologen durchgeführt. Da es sich um ein mechanisches Problem handelt, kann es mit einer großen Vorhersehbarkeit zu einer drastischen Verbesserung kommen. Dieser Eingriff wird in Vollnarkose und mit einem Klinikaufenthalt von einer Nacht verbunden.
Wie kommt es, dass Sensualmedics ausschließlich Intimoperationen bei Frauen durchführt?
Unser Anliegen ist es den Patientinnen eine optimale Behandlung zu ermöglichen. Natürlich sind die Operationstechniken stark spezialisiert und weiterentwickelt, das ist der Grundstein für eine erfolgreiche Arbeit. Besonders wichtig ist aber auch, dass sich das gesamte Team auf die Situation der Patientin mit ihrem ganz persönlichen Problem einstellt. Das fängt bei einer möglichen Erstberatung von Frau zu Frau an, geht über das Schaffen einer einfühlsamen und diskreten Behandlung der Patientin bis zur ganz persönlichen Nachbehandlung. Diese Spezialisierung kommt unseren Patientinnen sehr zu Gute. Dadurch kommt es auch, dass wir immer wieder hören: “Das habe ich mir aber viel schlimmer vorgestellt.“ Die Patientinnen machen nach den Operationen oft eine innerliche Verwandlung durch. Sie schildern uns ein gesteigertes Selbstbewusstsein, ein sichereres Gefühl mit dem eigenen Körper und einen selbstverständlicheren Umgang mit dem Partner. Ein weiterer sehr häufiger Kommentar ist nach Abschluss der Wundheilung und Aufnahme aller sportlichen und auch sexuellen Aktivitäten: „Das hätte ich schon früher machen lassen sollen.“
Dann wissen wir, dass wir auf dem richtigen Weg sind!
Danke für das informative Gespräch Herr Dr. v. Lukowicz