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Ein Trend unterhalb der Gürtellinie: Vagina-OP
08.10.2008

Die Gier nach Selbstverschönerung macht nirgends Halt. Was man alles verkleinern, vergrößern, verengen und unterspritzen kann - und wofür es noch gut sein soll.

Wie die Zeitung Express berichtet, lassen sich angeblich immer mehr Frauen im Genitalbereich chirurgisch "verschönern". Diese Aussage bezieht sich auf die Zahl von 500 Frauen, an denen der Chirurg Prof. Dr. Stefan Gress in einem Zeitraum von fünf Jahren derartige Operationen vorgenommen hat.

Girls only
Gress arbeitet in der Münchner Klinik Sensualmedics, das sich als "europäisches Kompetenzzentrum für plastische und wiederherstellende Chirurgie im weiblichen Schambereich" versteht.

Die Korrektur der Natur
Das Leistungsspektrum von Sensualmedics umfasst zum Teil rein ästhetisch motivierte Eingriffe wie Schamlippenverkleinerung und Fettabsaugung am Venushügel - in der Eigenwerbung ist dabei die Rede von der "Korrektur" von Form und Optik des weibliche Schambereichs". Man bietet aber auch solche Operationen an, die angeblich die sexuelle Empfindungs- und Stimulationsfähigkeit wieder herstellen. Dazu gehört vor allem die "Intensivierung des G-Punkts" durch Unterspritzung, aber auch die Vaginalverengung, die von Sensualmedics abstruserweise als "Vaginalverjüngung" bezeichnet wird.

Mehr Lebensqualität?
Das Ergebnis: Über 90% der Patientinnen bezeichnen dem Express zufolge nach dem "Korrektureingriff" ihre Lebensqualität als erheblich gesteigert - also immerhin 450 von 500. Mit Sicherheit dürfte das für jene Eingriffe gelten, die aus religiös-moralischen Gründen vorgenommen werden: Die Münchner Klinik bietet auch eine Wiederherstellung des Jungfernhäutchens an. Für 2.200 Euro kann die "Familienehre" wiedererworben werden, sollte diese (oder das, was man dafür hält) ungünstigerweise abhanden gekommen sein.