Bericht gofeminin

Oktober 2007

Die Last mit der Lust

Intimchirurgie - oft gescholten als übertriebener Schönheitswahn - bietet weit mehr als optische Korrektur an intimsten Stellen. Während Ärzte und Pharmaindustrie den sexuellen Problemen der Männer größte Aufmerksamkeit schenken, bleiben Frauen außen vor. In Internetforen und Blogs beklagen sich viele Frauen darüber, dass ihre physischen Einschränkungen in intimen Körperregionen von Gynäkologen oft nicht ernst genommen werden, obwohl diese die Frauen häufig zusätzlich auch psychisch stark belasten. Kann hier Intimchirurgie helfen? Dazu haben wir Prof. Dr. Stefan Gress befragt, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie und seit über 10 Jahren spezialisiert auf OPs im weiblichen Intimbereich. Er ist Ärztlicher Leiter der Sensualmedics®, Europas größtem Zentrum für plastische Genitalchirurgie in München.

Gofeminin: Herr Prof. Gress, was halten Sie von diesem Trend zur Intimchirurgie?
Prof. Gress: Ich sehe das nicht als Trend, sondern als natürliche Entwicklung. Das hat viel mit der veränderten Frauenrolle in unserer Gesellschaft zu tun. Die Frauen in Europa sind selbständiger und selbstbewusster geworden. Sie sind nicht mehr bereit sich mit Allem abzufinden und suchen aktiv nach Lösungen.

Was bringt Frauen dazu, sich in einem so intimen Bereich operieren zu lassen?
Das hat wenig zu tun mit der oft zitierten „Designer Vagina“. Es gibt drei grundlegende Gründe, warum Frauen zu uns kommen:  Das sind zum einen funktionelle Einschränkungen z. B. durch zu große Schamlippen, die Schmerzen verursachen oder zumindest stark behindern beim Fahrradfahren, Joggen, Reiten oder beim Sex.
Zum zweiten sind es Empfindungseinschränkungen beim Geschlechtsverkehr, wie sie z. B. bei vielen Frauen nach Geburten auftreten. Häufig sind Vagina und Beckenboden dann überdehnt und das Lustempfinden deutlich eingeschränkt.
Zum dritten kommen Frauen zu uns, die sich mit „unschönen“ Variationen der Natur oder mit Veränderungen durch den Alterungsprozess nicht abfinden wollen. Zu große Labien (Schamlippen), ein voluminöser Schamhügel oder ein schlaffer Unterbauch hatten sie bisher daran gehindert einen Bikini zu tragen, in die Sauna zu gehen oder sich entspannt dem Partner zu zeigen. Auch ein legitimer Grund, wie ich meine.

Was wird am häufigsten verlangt?
Die Reduktion (Verkleinerung) der inneren Schamlippen ist unsere häufigste Operation. Immer mehr Frauen möchten aber auch die Folgen von Mutterschaften behandeln lassen. Die oft schönsten und prägenden Erfahrungen weiblicher Biografien - Schwangerschaften und Geburten - liegen einige Zeit zurück, haben aber Spuren hinterlassen. Der eigene veränderte Körper wird oft als fremd und wenig attraktiv erlebt. Schwangerschaftsstreifen, das überdehnte, schlaffe Unterbauchgewebe und Veränderungen in der Fettverteilung machen Frauen zu schaffen. In vielen Fällen ist zudem nach vaginalen Geburten die Scheide gedehnt, das Beckenbodengefühl diffus und die sexuelle Sensibilität eingeschränkt. Selbstbestimmte Frauen sind nicht bereit, deswegen auf ein erfülltes Sexualleben zu verzichten.
Bei diesen Patientinnen straffen wir den Unterbauch, saugen überschüssiges Fett aus dem Venushügel ab und straffen zusammen mit unseren Gynäkologen Vagina und Beckenboden. Dies kann alles zusammen im Rahmen eines einzigen Eingriffs geschehen. Viele unserer Patientinnen haben uns danach berichtet, dass ihr Leben und Lieben eine neue, nicht erwartete Dimension bekommen hat.

Abgesehen von der Vaginalverengung, welche Eingriffe können denn die Lust noch fördern?
Es besteht die Möglichkeit den G-Punkt durch Unterspritzung z.B. durch Eigenfett aufzuwölben und zu vergrößern, damit er besser erreicht und stimuliert werden kann. Wird sein Volumen erweitert, so kann das zu einer beträchtlichen Steigerung der sexuellen Erregbarkeit führen und die Orgasmusfähigkeit steigern. Wie sensibel der G-Punkt ist, ist jedoch von Frau zu Frau unterschiedlich.

Ich las Hymenrekonstruktion auf Ihrer Website, welche Bedeutung hat dieser Eingriff bei Ihnen?
Die Wiederherstellung des Jungfernhäutchens wird fast ausschließlich von Angehörigen anderer Kulturkreise verlangt. Diese Frauen, die in unserer modernen multikulturellen Gesellschaft aufgewachsen sind, geraten häufig bei Eheschließungen in Konflikt zu den überkommenen Vorstellungen ihres Kultur- oder Religionskreises. Oft siegen hier die traditionellen Erwartungen, die an diese Frauen gestellt werden.

Garantiert eine OP im Genitalbereich besseren Sex?
Diese Operationen können die optimalen körperlichen Voraussetzungen schaffen, andere wichtige Rahmenbedingungen - der passende Partner und die emotionale Bindung - werden Ihre Bedeutung auch durch uns nicht verlieren!

Wie risikoreich ist Intimchirurgie?
Natürlich wird ein verantwortungsvoller Chirurg Patientinnen immer vor dem sorglosen Umgang mit Eingriffen warnen. Im Allgemeinen sind Korrekturen im weiblichen Intimbereich sehr sicher und Komplikationen selten. Aber wie bei jeder Operation gibt es Risiken. Akute Komplikationen wie Wundheilungsstörungen, Blutungen und Infektionen kommen gelegentlich vor, sind aber gut zu beherrschen. Für den Erfolg der Operation ist es sehr wichtig, dass sich die Patientin einen Arzt mit viel Erfahrung in diesem sehr speziellen Operationsgebiet auswählt.

Wo können sich Frauen über diese Eingriffe näher informieren?
Ausführliche Informationen haben wir auf unserer Website <http://www.sensualmedics.com> bereitgestellt. Dort können auch unsere Broschüren bestellt und die einzelnen Operationen als Flash-Filme betrachtet werden. Weiterhin haben wir ein Beratungstelefon unter der gebührenreduzierten Rufnummer 01801-444 250 eingerichtet, wo sich Frauen - auch anonym - informieren können. Auch per e-Mail können sie uns unter info@sensualmedics.com Fragen stellen.

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